Stolz darauf, Autor zu sein

Warum du stolz darauf sein kannst, Autor zu sein

Der Beitrag von Alexandra Wendt “Kann ich Autor sein?”  hat mich mich zum Nachdenken angeregt. Alexandra berichtet darüber, dass es gar nicht so einfach ist, seinem Umfeld klar zu machen, dass man gerne schreibt und vielleicht auch vom Schreiben leben möchte. Also, dass es nicht nur ein Hobby ist, sondern ein Beruf, mit dem man auch Geld verdient. Schiefe Blicke und Witze darüber, dass man sicherlich den nächsten Bestseller schreiben wird, kommen bei dieser Aussage fast mit Sicherheit. Anschließend folgt vermutlich die Frage, was man denn hauptberuflich macht, schließlich sei “Autor” gar kein richtiger Beruf.

Das Schreiben: Ein großes Geheimnis?

Daher tendieren wohl auch einige Autoren dazu, das Schreiben als Hobby abzutun, eine nette Nebenbeschäftigung, der man neben dem Brotjob nachgeht, wenn man Zeit dafür hat. Manche – mich eingeschlossen – gehen sogar so weit, dass sie ein richtiges Geheimnis daraus machen, um ja keine blöden Kommentare zu riskieren. Ich schreibe vor allem deswegen unter einem geschlossenen Pseudonym, damit ja niemand herausfindet, dass ich Bücher schreibe. Dabei geht es nicht nur um die Meinung von Familie und Freunden, sondern auch um mögliche berufliche Einschränkungen. Als Historikerin wird man immer dazu angehalten, sich an die Fakten zu halten, Dinge zu hinterfragen und stets kritisch zu sein. Aussagen und Behauptungen müssen immer überprüft und belegt werden, ansonsten werden sie nicht für korrekt angesehen. Vermutungen sind ohnehin fehl am Platz. Und dann schreibt diese Historikerin Fantasygeschichten? Lässt sich das überhaupt miteinander vereinbaren?
Ganz zu schweigen davon, was skeptische Familienmitglieder dazu sagen würden. „Jetzt hast du so lange studiert, da sollest du etwas Gescheites daraus machen. Keine Fantasiegeschichten schreiben. Dafür hättest du nicht studieren müssen.“

Ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, die ihr Autorenleben nicht an die große Glocke hängt und nur mit denjenigen darüber spricht, die dieses Leben auch ernst nehmen. In meinem Fall sind das mein Mann und eine gute Freundin, die denselben Traum verfolgt wie ich. Eine große Unterstützung sind auch die sozialen Netzwerke, wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann und nicht das Gefühl hat, irgendein „Sonderling“ zu sein. Da draußen gibt es mehr Leute, die so ticken wie ich und das zu wissen, kann manchmal schon ein Trost sein, wenn die Selbstzweifel wieder einmal an mir Nagen.

Autor und stolz darauf

Eigentlich ist es schade, dass wir Autoren unser Licht so unter den Scheffel stellen. Denn eigentlich haben wir allen Grund, stolz auf uns zu sein. Hier nur ein paar Eigenschaften, die mir spontan mit „Autor-sein“ einfallen.

  • Wir sind kreativ. Wer kann schon fiktive Persönlichkeiten erschaffen, die womöglich auch noch in einer völlig anderen Welt mit anderen Sprachen, Regeln und Naturgesetzen leben?
  • Wir sind organisationsfähig und selbstdiszipliniert. Ansonsten wären wir niemals dazu in der Lage, eine Geschichte zu Ende zu schreiben, schon gar nicht im oftmals hektischen Alltag. Wir setzen uns Deadlines, die wir vielleicht nicht immer einhalten, aber das hindert uns dennoch nicht daran, weiterzumachen.
  • Wir können uns intrinsisch motivieren. Vielen geht es gar nicht darum, durch das Schreiben reich und berühmt zu werden. Autoren schreiben wegen des Schreibens, um eine Geschichte auf Papier zu bringen, die uns ansonsten keine Ruhe mehr lässt. Natürlich ist eine Bestätigung von außen großartig und wir freuen uns, wenn Lesern unsere Geschichten gefallen. Aber ich glaube, selbst wenn wir wüssten, dass unsere Geschichte niemandem gefallen würde, würden wir sie dennoch schreiben.
  • Wir sind geduldig. Eine Geschichte zu entwickeln, dauert seine Zeit. Jedoch wissen wir, wenn wir kontinuierlich daran arbeiten, dass wir die Geschichte irgendwann abschließen werden.

Alles in allem können wir eine Reihe positiver Eigenschaften vorweisen und dennoch wird der Wunsch, Autor zu sein, von anderen gerne belächelt. Ich frage mich, ob es anderen Kreativen, wie Sängern, Schauspielern, Fotografen, Künstlern, etc. auch so ergeht. Müssen sie sich auch den skeptischen Kommentaren der Außenwelt stellen? Vermutlich.
Ich habe den Eindruck, dass alle als “brotlos” eingestuften Berufe kaum anerkannt werden. Stattdessen stehen “angesehene” Berufe, die bestenfalls auch noch viel Geld einbringen, hoch im Kurs. Und das finde ich sehr schade. Klarerweise müssen wir Geld für unseren Lebensunterhalt verdienen, aber wer sagt eigentlich, dass wir das nicht auch als Autor tun können? Es wird nicht von heute auf morgen gehen und vielleicht schaffen wir es nie. Aber dennoch sollten wir uns davon nicht abhalten lassen, es zu versuchen. Ich bin auch noch immer dabei, es zu versuchen und arbeite jeden Tag daran, als Autorin ein bisschen besser zu werden. Selbstzweifel inklusive.

Gegenseitige Unterstützung

Daher finde ich es umso wichtiger, dass wir Autoren uns gegenseitig unterstützen und auch Mut machen, wenn Skeptiker uns an unseren Fähigkeiten und Träumen wieder einmal zweifeln lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Facebook-Gruppe zum gegenseitigen Austausch und zur Motivation ganz praktisch wäre. Was sagst du dazu? Wärst du bei dieser Gruppe dabei?

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