Das Autorenleben: 5 Vorurteile

Das Autorenleben: 5 Vorurteile

Als Schreibneuling hat man ja oft eine romantische Vorstellung vom Schrifsteller-Dasein. Er ist ein Idealist, ein Denker, ein Einzelgänger, der sich trotz der schiefen Blicke anderer dazu entschließt, Bücher zu schreiben. Zuhause sitzt er in seinem Kämmerlein – solange er keinen Bestseller geschrieben hat, lebt er ja eher spartanisch – tippt an seiner Schreibtische oder auf seinem Computer, daneben ein Glas Wein oder eine Tasse Kaffee, der Boden ist mit zerknülltem Papier übersät. Doch der Schriftsteller schreibt verbissen weiter, Tag und Nacht, soziale Kontakte hat er keine. Er verfolgt seinen Traum, nimmt Entbehrungen in Kauf und gibt nicht auf, bis er einen Verlag gefunden hat.

So oder so ähnlich stellen sich wohl viele das Autorenleben vor. Wie in so vielen Berufen strotzt auch der Beruf des Schriftstellers nur so vor Klischees, Vorurteilen und Irrtümern. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Vorurteil 1

Schriftsteller ist doch gar kein richtiger Beruf.

Diese Aussage bekommen Autoren sicherlich am häufigsten zu hören. Aber warum soll Schriftsteller eigentlich kein Beruf sein? Schreiben ist schließlich eine Tätigkeit, mit der man Geld verdienen kann, wobei hier natürlich auch etwas Glück mit reinspielt. Schreiben ist vielleicht keine Arbeit im alltäglichen Sinne, da eine Arbeit ja meistens etwas ist, das beschwerlich ist und das man eben tun muss. Als Schriftsteller schreibst du aber, weil es dir Spaß macht. Viele Schreiben auch, obwohl sie nichts damit verdienen. Das Gefühl, etwas tun zu müssen, fällt also weg. Vermutlich wird deshalb “Schriftsteller” oftmals als kein richtiger Beruf angesehen.

Vorurteil 2

Ein Schriftsteller muss nur schreiben und sonst nichts

Natürlich ist das Schreiben Herz und Seele des Schriftstellerberufs, doch das allein ist nicht alles. Es geht nicht nur darum, das Schreibhandwerk zu beherrschen. Als Autor musst du dich mit den unterschiedlichsten Bereichen auseinandersetzen, je nachdem, welche Bücher du schreibst.
Du musst dich auf alle Fälle mit Menschen, ihrer Psyche und ihren Verhaltensweisen beschäftigen, denn nur so kannst du realistische Charaktere erschaffen. Ist deine nächste Hauptfigur Pilot? Dann wirst du dich mit der Luftfahrt auseinandersetzen müssen. Spielt deine Geschichte in Australien? Dann wirst du einiges über das Land und das Leben dort recherchieren müssen. Du schreibst einen historischen Roman, der in Frankreich zur Zeit Ludwig XIV spielt? Dann wirst du wahrscheinlich Geschichtsbücher wälzen.

Als Selfpublisher kommt noch hinzu, dass du dich ein wenig mit Marketing und Social Media auskennen solltest und du solltest wissen, worauf du bei der Suche nach einem passenden Coverdesigner und Lektor zu achten ist.

Autoren sollten also stets offen dafür sein, Neues zu lernen und sich auch gerne mit neuen Dingen und Themen beschäftigen. Von „nur“ schreiben kann hier also nicht die Rede sein.

Vorurteil 3

Bestseller schreiben nur die anderen

Als Anfänger träumt man davon, eines Tages Bücher zu veröffentlichen, die wochenlang in sämtlichen Bestsellerlisten zu finden sind. Doch in Momenten des Selbstzweifelns kommt dann doch immer wieder der Gedanke auf, dass man selbst nie einen Bestseller schreiben wird. Erfolg haben nur die anderen.

Es stimmt, dass es nicht einfach ist, einen Bestseller zu veröffentlichen. Dafür braucht man nicht nur eine gute Idee, die auch noch fesselnd geschrieben ist und eine gute Vermarktung, sondern auch Glück. Letzteres kannst du nicht wirklich beeinflussen, du kannst auch eine gute Idee nicht erzwingen. Aber du kannst gutes Schreiben erlernen. Schreiben ist ein Handwerk, in dem man sich bestimmte Techniken aneignen und sich immer weiter verbessern kann. Erwarte nicht, dass du mit deinem Debüt gleich berühmt wirst. Du wirst mit jeder Geschichte besser werden und damit kommst du auch der Chance, ein erfolgreiches Buch zu schreiben, etwas näher, auch wenn es vielleicht kein Bestseller wird.

Vorurteil 4

Autoren sind einsame Menschen

Klarerweise verbringt ein Autor viel Zeit alleine vorm Computer. Schließlich ist Ablenkung nicht gerade förderlich für’s Schreiben. Aber das heißt noch lange nicht, dass Autoren überhaupt nicht vor die Tür kommen (irgendwann ist ja auch der Kühlschrank leer und er muss einkaufen gehen 😉 ) und keinen Kontakt zu anderen Menschen haben. Gerade der Kontakt zu anderen und das Sammeln neuer Erfahrungen ist wichtig, um als Autor weiterhin Fortschritte zu machen. Die Muse kommt selten bis zum Schreibtisch, stattdessen bringen neue Eindrücke neue Ideen für Geschichten.

Außerdem sind soziale Netzwerke ein tolle Möglichkeit, um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Der Austausch mit anderen Autoren nimmt manchmal sogar so große Ausmaße an, dass man kaum noch Zeit zum Schreiben findet. In diesem Fall ist dann wieder ein Rückzug aus den sozialen Netzwerken angesagt. Aber das ist eine andere Geschichte …

Vorurteil 5

Autoren trinken ständig Kaffee oder Wein

Ich glaube, diesen Punkt können die wenigsten von uns bestreiten. Ja, Autoren trinken liebend gern Kaffee, Tee oder Wein, weil sie ein Teil des Rituals sind, das man braucht, um sich in Schreibstimmung zu versetzen. Dazu gehören aber auch Musik, Duftkerzen und vielleicht auch bestimmte Kleidung (niemand wird in unbequemen Klamotten schreiben). Da Schreiben sehr viel mit Routine zu tun hat, brauchen Autoren oftmals einen bestimmten Ablauf, damit sie sich auch wirklich hinsetzen und schreiben.

 

Welche Vourteile kennst du über Autoren und deren Leben? Schreibe sie gerne unten in die Kommentare.

Hinweis:
Beim Senden eines Kommentars werden Daten gesammelt. Mit dem Abschicken deines Kommentars erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

Advertisements

4 Kommentare

  1. Schöner Beitrag!
    Ich denke, was wirklich stark in den Köpfen der Menschen steckt, ist dieses Bild des Autoren, der nichts anderes kann, als zu schreiben, der permanent in einem Rausch ist und sich die Finger blutig schreibt – und wenn nicht gerade das, dass hat er eben eine so tiefgreifende Schreibblockade und Sinnkrise, dass er sich am liebsten vom Dach stürzen würde. Dabei ist diese Vorstellung absolut idialisiert und ich denke, ich bin nicht die Einzige, die sich manchmal auch ein bisschen in den Arsch treten muss, um eine Szene endlich zu beenden… 😉
    Dein Kommentar zu den Sozialen Netzwerken hat mich sehr erleichtert. Ich habe, als ich anfing den momentanen Roman zu schreiben, den Blog gestartet und gehofft, so gleichgesinnte zu finden usw, was auch echt klasse geklappt hat, ich habe so viel gelernt und daraus mitgenommen! Doch manchmal, gerade, wenn ich mit meiner Story nicht ganz so zufrieden bin oder mich schwer tue, weiter zu schreiben, dann lande ich eben auf andern Blogs, kommentiere, antworte bzw schreibe einen Beitrag oder sowas… Da merke ich, dass ich nichts anderes mache, als zu prokrastinieren und das macht ja auch keinen Sinn… Man muss da schon ein Auge auf sich haben^^
    Nochmal liebe Grüße ❤

    • Da gebe ich dir absolut recht. Autoren sind entweder nur am Schreiben oder stecken in einer Schreibblockade. 😀
      Und du bist nicht allein: Ich muss mich auch oft genug aufraffen, damit ich wieder mal etwas schreibe. 😉

      • Na dann kommt man sich ja nicht ganz so schlecht vor, wenn man nicht die Einzige ist ;P

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.