Starke und schwache Verben

Zugegeben, einen Großteil der deutschen Grammatik habe ich erst im Zuge meines Lateinunterrichts auf der Uni kapiert. Das Kapitel “starke und schwache Verben” dürfte ich allerdings verpasst haben. Vielleicht geht es dir wie mir und du weißt auch nicht, was ein starkes Verb nun von einem schwachen unterscheidet.

Wozu die Unterscheidung der Verben?

Die Unterscheidung zwischen starken und schwachen Verben wird dann relevant, wenn es um die Beugung (Konjugation/Flexion) der Verben geht. Sprich: Wenn der Wortstamm eines Verbes abgeändert wird, um so die grammatikalische Funktion im Satz aufrechtzuerhalten bzw. um das Verb an andere Satzteile anzugleichen.

Klingt jetzt sehr kompliziert, aber beschreibt eigentlich nur etwas, das wir in der gesprochenen und schriftlichen Sprache selbstverständlich verwenden. Nämlich das Angleichen der Verben an die Person (1., 2. oder 3. Person), den Numerus (Singular, Plural), die Zeit (Tempus), den Modus und das Genus Verbi (Aktiv, Passiv). Die Verben werden angeglichen/abgeändert, damit die flüssige Sprech-/Schreibweise erhalten bleibt.

Im Alltag machen wir uns über die Konjugation keine großen Gedanken, da wir sie automatisch im Erlernen unserer Muttersprache eingetrichtert bekommen. Wir müssen nicht lange überlegen, wie ein Verb abgewandelt werden muss, damit der Satz “deutsch” klingt. So sagen wir z.B. automatisch “Ich gehe in die Arbeit.” und nicht “Ich gehen in die Arbeit.” oder “Er schwimmt eine Runde im Pool.” und nicht “Er schwimmen eine Runde im Pool.”

Wenn du schon einmal eine Fremdsprache gelernt hast, weiß du, dass es nicht immer so einfach ist, den Infinitiv eines Verbes in die richtige Form zu konjugieren.

Worin besteht nun der Unterschied zwischen starken und schwachen Verben?

Ob ein Verb nun stark oder schwach ist, hängt von der Art ab, wie es gebeugt (konjugiert) wird.

Schwache Verben (oftmals auch regelmäßige Verben genannt) sind dadurch gekennzeichnet, dass sie in einer regelmäßigen Form abgewandelt werden. Bei diesen Verben orientierst du dich an der Nennform, also dem Infinitiv des Verbes, so wie du es auch im Wörterbuch nachschlagen würdest. Beispiele: lieben, sagen, tanzen, spielen, lachen, etc.

Die Nennform der schwachen Verben bleiben in allen Zeitformen und Modi gleich.

Beispiele: kauf-en (Infintiv), kauf-t (Präsens 3. Person), kauf-te (Präteritum 3. Person), ge-kauf-t (Partizip II)

Starke Verben (oftmals auch unregelmäßige Verben genannt) lassen sich im Gegensatz dazu nur unregelmäßig abwandeln und haben im Präteritum und teilweise auch im Partizip II einen anderen Stammvokal als im Infinitiv. Außerdem erkennt man starke Verben dadurch, dass sie im Partizip II oftmals auf der Endung (dem Suffix) -en enden. Beispiele im Infinitiv: singen, laufen, kommen, gehen, trinken, etc.

Sie verfolgen kein konkretes Schemata, da sich die Nennform zumindest im Präteritum verändert. In vielen Fällen ändert sich das Verb auch im Partizip II.

Beispiele: sing-en (Infinitiv), sing-t (Präsens 3. Person), sang (Präteritum 1./3. Person), ge-sung-en (Partizip II)

Bei manchen Verben ändert sich zusätzlich die 2. und 3. Person Singular Präsens.

Beispiele: geben (Infinitiv), gibst (Präsens 2. Person), gibt (Präsens 3. Person), gab (Präteritum 3. Person), ge-geb-en (Partizip II)

Da es in der deutschen Grammatik selten mit zwei Unterscheidungen getan ist – zumindest kommt es mir so vor 😉 – gibt es auch noch die gemischten Verben. Diese kennzeichnen sich dadurch aus, dass sie zwar starke Verben sind, aber Merkmale von schwachen Verben aufweisen. Sie ändern den Stammvokal im Präteritum und im Partizip II, treten aber mit den Endungen der schwachen Verben auf, also häufig mit -t(e) am Ende des Verbes.

Beispiele: bringen (Infinitiv), bring-t (Präsens 3. Person), brach-te (Präteritum 1./3. Person), ge-brach-t (Partizip II)

Fazit

Deutsche Grammatik ist kompliziert, aber für´s Schreiben unerlässlich. 😉

 

Mehr Infos zur Konjugation von Verben findest du hier.

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